Neue Ortstafeln für Nettetal?


Anmerkungen zur Logik der geplanten Beschilderung


Überlegung 1:
Ortstafeln weisen auf geschlossene Ortschaften hin.

"Nettetal" ist keine geschlossene Ortschaft.
Leuth, Breyell, Kaldenkirchen, Hinsbeck, Lobberich und Schaag, Dyck, Voursenbeck und Leutherheide dagegen sehr wohl.


Überlegung 2:
Innerhalb Nettetals käme man stets aufs Neue nach Nettetal.

Sinnvolle Schilder weisen aber auf Neues hin, nicht auf Bekanntes!

Wer innerhalb Nettetals von Breyell aus über die Landstraße fährt, erreicht den Ortsteil Kaldenkirchen. Und nur den.

Deshalb muss hier nicht "Nettetal" (da kommt er ja schon her) sondern "Kaldenkirchen" (das ist die Neuigkeit) ins Auge fallen:


Überlegung 3: Spätestens am Ortsausgang wäre die Verwirrung perfekt:

3a: Es erscheint sinnvoll, dass beim Ortsausgang der selbe Ort "gestrichen" wird, wie er beim Ortseingang angekündigt wurde.

Beispiele:

Bei der Version...

...ist die sinnvolle Rückseite möglich:

Durch die weiße Farbe oben wird ausreichend deutlich,
dass die Stadt nicht verlassen wird.



Bei der geplanten Vorderseite...

...fällt "Nettetal" ins Auge, die logische aber sinnlose Folge wäre

Nachtrag:

Das als Satire konstruierte Schild war eine Zeit lang Realsatire:


Dieses Schild "zierte" 1996 kurz den Ortsausgang von Leutherheide (!).
Es wurde nach Protesten wieder abmontiert.

Nachtrag 2006:

Eine große Tageszeitung sucht Schilder, die "völlig gaga" sind.
Man beachte das gezeigte Beispiel ...:

Man führe in Nettetal immer wieder aufs Neue nach Nettetal.


Überlegung 3b:

Aber vielleicht will man ja Eingangs- und Ausgangsschilder völlig durcheinander nutzen?!

Was uns dann blühen könnte, zeigt das

Beispiel der Stadt Viersen:

Begleiten Sie uns: wir sind ortsfremd und machen eine Tour nach "Viersen".
Einheimische Lobbericher haben uns auf der Süchtelner Straße aus dem Ort geschickt. "Immer geradeaus" hieß es...
Schon bald haben wir das Ziel vermeintlich erreicht: "Viersen" prangt uns in großen Letten entgegen:

Etwas verwundert ob der Größe der Kreisstadt fahren wir weiter; wenig später verlassen wir das Dorf schon wieder.

Wo ist Viersen?

Da - bald hätten wir es übersehen, in einer scharfen Rechtskurve fahren wir in Richtung Kreisstadt:
Das Schild verspricht "Viersen", nichts als "Viersen"...

Dumm nur: Hier ist es noch ländlicher. An der Ecke Kölsumer Weg/Barionstraße fragen wir nach dem Weg, man verweist uns nach Süden über die Autobahn. Kurz zusammengefasst:
Wir fahren erneut nach Viersen, aus Loosen heraus, folgen der Straße ein zweites Mal nach Viersen, fahren aus Dülken hinaus um ein drittes Mal nach Viersen zu kommen. Ob es diesmal stimmt?


Einfahrt "Viersen" die Erste

Ausfahrt "Loosen" Richtung "Dülken"

Einfahrt "Viersen" die Zweite

Ausfahrt "Dülken" Richtung "Viersen"
 

Einfahrt "Viersen" die Dritte
diesmal stimmt's...

... wirklich? Das Schild jedenfalls
ist nicht gerade zuverlässig...

In der Zwischenzeit haben wir allerdings drei Mal einen anderen Ort verlassen als den, der uns bei der Einfahrt ins Auge fiel.


Überlegung 2: Die Schilder werden unästhetisch:

"Stadt Nettetal" ist immer gleich groß, während "Stadtteil Kaldenkirchen" sehr klein geschrieben werden müsste,
wenn man einheitlich dreizeilig bleiben möchte. "Kaldenkirchen" ist dann im Vorbeifahren kaum noch lesbar.

Die bisherige Variante kann auf größere Buchstaben zurückgreifen. Selbst Sassenfeld , Wevelinghoven und Voursenbeck sind - groß - noch lesbar.


Überlegung 4:
Die logische Folge der Schilder ist von oben nach unten von klein nach groß:

Dies wird überregional i.d.R. so gehandhabt, der Tourist kennt diese Darstellung. (Beispiele)
Nettetal ganz oben zu präsentieren wäre danach irreführend: Der Tourist würde eine geschlossene Ortschaft "Nettetal" erwarten.


Überlegung 5: "Nettetal" verwirrt Touristen

Wenn Ortsunkundige nach dem Weg fragen, dann häufig deshalb, weil sie über die Stadtteile nicht informiert sind.

Wichtig wäre es hier, die Ortschaften im Stadtmarketing zu betonen und die Bürger anzuhalten, den Namen der Ortschaft in ihrer Adresse zu nennen.

Dies gilt umso mehr, als auf überörtlichen Straßen die Ortsteile genannt werden und eben nicht die Gesamtstadt.

Auch auf Autobahnen wurden Bindestrich-Namen gerade noch entfernt. Die Beschilderung beim Verlassen der A61 Ausfahrt Nettetal ist "Lobberich" und "Breyell". Das sollten Zureisende im Ortsschild auf den ersten Blick wiederfinden!

Nettetal - Schilder dagegen haben ein hohes Fehlleitungspotenzial!

Beispiel 1 (Ortsausgang Bracht)

Dieses Schild führt von Bracht nach Kaldenkirchen.
Reisende nach Lobberich, Breyell und Schaag finden einen kürzeren Weg, wenn sie links fahren oder umkehren!

Beispiel 2 (Zentrum Bracht):

Nach Nettetal geht's hier nach rechts (Schaag), nach links (Breyell) und zurück (Kaldenkirchen).

"Nettetal" hilft hier nun gar nicht weiter:

Beispiel 3 (Straelen, B221):

Wer hier nach Lobberich oder Hinsbeck will, sollte nach links abbiegen (Richtung "Viersen").


Fazit: Wenn wir die Ortschaften, aus denen Nettetal besteht, nicht respektieren,
leisten wir Einheimischen wie Touristen einen Bärendienst.


Übersicht "Ortstafeln"