Ortsschilder schaffen Identität.
Lokal denken ohne das Ganze aus dem Auge zu verlieren!


(von Ralf Schmeink)

Thesen:

Folgerung für mich:

Es gilt, den hier Wohnenden mehr "Heimatgefühl" zu vermitteln:

"Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen" (Goethe)

Was ich kenne ("erworben habe"), schätze ich und bewahre ich. Wer gerne hier wohnt, zieht weniger schnell wieder weg, und engagiert sich eher. Dies ist in Gefahr: Im anonymer gewordenen Nettetal müssen seit Januar 25 Bürger "dafür sorgen, dass sich eine dauerhafte Bewusstseinsveränderung in unserer Bevölkerung einstellt" und dass Einwohner ihren Müll nicht auf die Straße werfen. (Presseerklärung " Ordnungshelfer unterstützen Stadt" vom 28.Januar =>Link)

Folgerungen für die Stadt Nettetal

Es ist das Miteinander, das "sich-Ergänzen" der Ortsteile zu stärken, ohne die Identität der Ortsteile aufzugeben oder zu beschädigen.
Es sollte gelten: "Einheit in Vielfalt". Nettetal lebt von der Vielfalt und dem je eigenen Stil der Ortsteile mit viel Natur dazwischen. Lobberich muss nicht teilnehmen bei "Unser Dorf soll schöner werden" und Leuth braucht kein Parkleitsystem.

Eine Corporate Identity der Stadt darf nicht als "Wir sind alle gleich" verstanden werden.

Folgerungen für Ortsschilder:

Dies alles können die "richtigen Ortschilder" weder alleine erreichen noch alleine zerstören
Sie können aber Baustein oder Hindernis für das "Hier-gehöre-ich-hin-Gefühl" des heimkehrenden Einwohners sein.

Bürgermeister Wagner: (...) Unsere Zentren (sind und bleiben) die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Mittelpunkte unserer Stadt. Sie (...) geben Orientierung und sind ein wichtiger Teil unserer Identität." (aus dem Geleitwort zur 500-Jahrfeier Marktrechte Lobberich 2005)

Wenn jemand der sich als Hinsbecker fühlt, durch ein Ortschild "Nettetal" verärgert wäre, weil ihm seine kleine Einheit vermeintlich genommen wird, so wäre die Beschilderung "Nettetal" schädlich. Das ist nach meiner Einschätzung der Fall. Bei kleineren Sektionen noch mehr als bei den schon jetzt leider anonymeren größeren Ortschaften.


Das Beispiel einer Hauswand aus einem Stadtteil von Kempen zeigt: Ortsschilder schaffen Identität!
In anderen Darstellungen ist das "Hier" noch größer geschrieben: www.st-hubert.de
(Mit freundlicher Genehmigung des Werbe- und Bürgerrings St. Hubert)


In der Düsseldorfer Kneipe "Till Eulenspiegel" findet man folgendes, als Ortsschild gestaltetes Bekenntnis zu der Rheinmetropole:


Aber warum bis Düsseldorf sehen:

In Lobberich (!) steht das Schild eines ehemaligen JüütePrinzen:

(Eigentlich müsste natürlich "Klein Japan" nach oben...)


Auch die Sektionen sollten daher ihre Schilder behalten!

Die Stadt Viersen hat besonders abschreckend und konsequent die Sektionen und sogar die alten Städte Süchteln und Dülken schildermäßig eingemeindet. So kommt man heute auf dem Weg nach Süchteln durch "Viersen" (Ortsteil Dornbusch)
Man frage einen Dülkener, ob er sich als "Viersener" fühlt!

Nettetal hat sich bisher in wohltuender Weise davon abgesetzt.

Als Maßnahmen, die das "Hier-gehöre-ich-hin-Gefühl" stärkten, wurde Schaag vor 10 Jahren zu einem selbstständigen Ortsteil. Es wurden Schilder wie "Wevelinghoven" aufgestellt. Auch der grenzüberschreitende Wahlkreis Lobberich/Hinsbeck wurde wieder geändert. Bravo Nettetal!

Diese Linie wird bestärkt durch die derzeitige Beschilderung an den Ortseingängen auch der Sektionen:

Beispiele:

Sektionen ohne direkten Anschluss an einen Ortsteil
  • Bocholt
  • Dyck
  • Glabbach
  • Rennekoven
  • Voursenbeck
Sektionen mit direktem Anschluss an einen Ortsteil
  • Kindt
  • Sassenfeld
  • Wevelinghoven


Übersicht "Ortstafeln"